| Förderung der Mobilität
Der Einsatz von Hilfsmitteln sollte immer wohlüberlegt sein, da es unter Umständen zu einer Überversorgung kommen kann. Dadurch können die physiotherapeutischen und ergotherapeutischen Bemühungen zur Wiederherstellung einer größtmöglichen Selbstständigkeit behindert werden.
Oft sind bestimmte Hilfsmittel nur für einen begrenzten Zeitraum
sinnvoll und notwendig. Wird die Mobilität erhöht, kann wieder
auf Hilfsmittel verzichtet werden. Dies gilt z.B. für Rollstühle,
die oftmals nur in der ersten Zeit nach einem Schlaganfall erforderlich
sind. Die Anpassung von Hilfsmitteln sollte immer von Fachleuten vorgenommen
werden, in der Regel von einem erfahrenen Team aus Arzt, Physiotherapeut,
Ergotherapeut, Sanitätsfachberater und Orthopädiemechaniker.
Rollstuhl
Bei schweren motorischen Behinderungen ist meist - zumindest zeitweise - ein Rollstuhl von Nöten. Die Therapie von Gangstörungen ist in diesem Zusammenhang ein zentraler Bestandteil der neurologischen Rehabilitation. Wenn ein Rollstuhl benötigt wird, ist eine individuelle Anpassung die Voraussetzung für eine befriedigende Verwendbarkeit. Im Einzelnen müssen Sitzhöhe, Sitzbreite, Sitzneigung sowie die Form der Fußstützen, der Rücken- und Armlehnen berücksichtigt werden. Der betroffene Arm des Patienten kann dazu gut auf einem durchsichtigen Therapietisch, (wird auf die Armlehnen aufgeschoben) gelagert werden, alternativ kann auch ein Kissen benutzt werden. Das Kissen dient zur Lagerung und Unterstützung des Armes, damit bei Bewegungen des Patienten mit der gesunden Seite kein »Zug« im gelähmten Schultergelenk entsteht, was zu Schulterschmerzen führen könnte.
Der Rollstuhl muß dem Leistungsstand des Patienten angemessen sein. Es gibt heute verschiedenste Rollstuhltypen, wie z.B.
- den Multifunktionsrollstuhl (er bietet die maximale Unterstützung),
- den Standard-Rollstuhl (Transportrollstuhl, in dem der Patient durch eine Hilfsperson geschoben wird),
- den Aktiv-Trippel-Rollstuhl (wird vom Patienten mit dem gesunden Arm und dem gesunden Bein angetrieben)
- sowie Leichtgewichtsrollstühle.
Die letzten beiden Rollstuhltypen werden durch die Eigenaktivität
des Patienten angetrieben. Der Therapeut ist bei der Entscheidung behilflich,
welcher Rollstuhl für den Patienten sinnvoll ist.
Hilfsmittel im Haushalt und in der Freizeit
Bei einer Halbseitenlähmung sollte stets die betroffene Hand mit einbezogen werden: z.B. beim Essen neben dem Teller und nicht im Schoß lagern. Sind bereits Funktionen vorhanden (z.B. Haltefunktionen), sollten diese möglichst immer mit eingesetzt werden (z.B. beim öffnen der Zahnpastatube).
Eine sogenannte Anti-Rutsch-Unterlage verhindert das Verrutschen des Geschirrs,
des Telefons usw. Der gelähmte Arm sollte nicht auf einer Anti-Rutsch-Unterlage
liegen, da es durch die fehlende Muskulatur zu einer Hebelwirkung an der
Schulter kommen kann, die wiederum Schulterschmerzen verursachen kann.
Anti-Rutsch-Unterlagen sind in den verschiedensten Größen und
Farbtönen im Sanitätsfachhandel, in Kaufhäusern und Haushaltswarengeschäften
erhältllich, genauso wie andere einfache Arbeitsutensilien für
Halbseitengelähmte wie Schraubverschlussöffner, Küchenreiben
und Essbesteck für den Einhandgebreauch, Kartoffelschäler, Gemüsebrett
sowie Fixierbretter.
Röhrenförmige Griffverdickungen sind bei Störungen der
Feinmotorik einsetzbar. Sie ermöglichen den Gebrauch von Stiften
und anderen Gegenständen, die ansonsten nur sehr schwer zu fassen
wären.
Wenn nötig können auch Greifhilfen eingesetzt werden, um ein Greifen weit entfernter, schwer zugänglicher Gegenstände zu ermöglichen.
Für umfangreichere schriftliche Arbeiten sollte man die Anschaffung eines Computers in Erwägung ziehen; Lehr- und Arbeitsbücher für einhändiges Maschinenschreiben sind im Fachhandel erhältlich. Bisweilen werden auch Computerkurse für Behinderte angeboten. Für Telefonate bieten sich Geräte an, die ein Halten des Hörers unnötig machen (z.B. Geräte mit der Möglichkeit zum Raumhören und Freisprechen). Darüber hinaus besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die Schreibhand umzulernen, was im Einzelfall mit einem Therapeuten besprochen werden sollte.
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