Forschung & Fachberichte

 

"Dysarthrie"   Ein Fachbericht von Herrn Dr. Runge

Dysarthrien sind erworbene Störungen, die dazu führen, dass Sprechbewegungen nicht mehr richtig gesteuert und ausgeführt werden können. Dysarthrien treten häufig neben den Aphasien auf. Im Gegensatz zur Aphasie handelt es sich bei der Dysarthrie jedoch nicht um eine Sprach-, sondern um eine Sprechstörung, die aber – genau wie die Aphasie – Folge einer Hirnverletzung sein kann und den Menschen in seiner Kommunikationsfähigkeit einschränkt. Zu den Hirnverletzungen zählen z.B. der Schlaganfall oder traumatische, degenerative und entzündliche Erkrankungen.

 

"Aphasie-Selbsthilfebewegung in Deutschland"   Von Ingo Kroker und Dr. Volker Runge

Die Zusammenarbeit zwischen der Aphasie-Selbsthilfebewegung und der Logopädie hat in Deutschland eine lange Tradition. Schon zur Zeit der Gründung des BRA (1978) kooperierten Logopäden mit den örtlichen ASHG. Heute wie damals bringen sich Logopäden in die Gruppenarbeit ein, indem sie z.B. die Klientel vor Ort sichten, Gruppenteilnehmer akquirieren, für Räumlichkeiten sorgen oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Gemäß dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ fungieren u.a. Logopäden zunächst als Initiator für die Gruppengründung und als Gruppenleiter, um dann im Laufe der Zeit die Verantwortung in die Hände der Betroffenen und Angehörigen zu geben.

Dieses wohlgemerkt ehrenamtliche Engagement hat sich in den letzten Jahren so verstärkt, dass die Logopädie inzwischen als fester Begleiter der Aphasiebewegung in Deutschland angesehen werden kann. In diesem Zusammenhang ergab eine Befragung durch Kroker (1984), dass ca. 90% der ASHG in Deutschland von einem Fachmann und ca. 10% der Gruppen von einem Betroffenen geleitet wurden. Die erneute Befragung durch Kroker und Runge (2003) zeigt, dass inzwischen 60% der Gruppenleiter Betroffene sind. Wichtig ist an dieser Stelle die Klärung der Begriffs „Profi“. Als Profi bezeichnete die Aphasie-Selbsthilfe bisher Fachleute aus den Berufsgruppen der Ärzteschaft, der Therapeuten usw. Mittlerweile ist sich die Aphasie-Selbsthilfe aber darüber bewusst geworden, selbst über ein professionelles – nämlich ein betroffenes – Know How – zu verfügen. Eine Unterscheidung zwischen „Fachprofi“ und „Selbsthilfe Profi“ scheint daher als sinnvoll.

 

"Snoezelen"   Ein Erfahrungsbericht aus der Aatalklinik Wünnenberg

Es handelt sich um ein therapeutisches Angebot, das vor über 20 Jahren in Holland und Belgien entwickelt wurde. Snoezelen ist ein holländisches Kunstwort und setzt sich aus den Wörtern “snuffelen” ( = schnüffeln ) und “duselen” ( = dösen ) zusammen. Snoezelen findet in einem speziellen Raum statt, der in unserem Haus mit folgenden Materialien ausgestattet ist:

Mattenwiese, Wasserklangbett, Wassersäulen, Spiegel, Fasernebel, Effektrad, Spiegelkugel, Farbrad, Lichterhimmel, Schwarzlicht und einer Musikanlage. In dem Raum soll eine wohlbefindliche Atmosphäre für den Patienten geschaffen werden. Über optische, akustische, propriozeptive, taktil-kinästhetische und vestibuläre Reize sollen die Selbstregulationsprozesse, die Wahrnehmung und somit auch die Motorik gefördert werden. Snoezelen kann im Kranken-, aber auch im Geistig- oder Körperbehindertenbereich wirksam eingesetzt werden.